Glänzender Stern und finstere Feministin (Bild SdR)

GIORGIA NICHT UNTERBERGER

Georg Dekas
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28. Oktober 2022

Die im römischen Senat für Südtirol sprechende Julia Unterberger (SVP) wettert gegen Giorgia Meloni (FDI) und vertritt eine unannehmbare Auffassung von Freiheit.

Eine „Südtirolerin“, wie sie von sich sagt, antwortet auf die glänzende, in jeder Hinsicht große Rede von Frau Giorgia Meloni zu ihrem Regierungsantritt in Rom. In der Senatskammer, zwei Tage später. Die Wortmeldung der SVP-Dame ist an Überheblichkeit und Falschheit nicht zu toppen. Aber klar, eine „feministische Frau“, die sich für „fortschrittlich“ erklärt, kann wohl nicht anders. „Das genaue Gegenteil“ von Meloni sei sie. Schade.

Gleich kommt es zur Nagelprobe zwischen der smarten Römerin und der deutschen Feministin. Ja, deutsch. Denn Onorevole Unterberger, sagt: „Wir Südtiroler sind italienische Staatsbürger, die der deutschen Kultur angehören.“ Muss wohl so sein, denn so ein rabiater Feminismus wie der von der Unterberger ist ganz und gar unitalienisch.

Die von den Italienern mit rauschender Mehrheit gewählte und designierte Regierungschefin Giorgia vertritt dagegen Positionen, die echt deutsch duften, und zwar nach Martin Luther und Immanuel Kant: In der Regierungserklärung von Frau Meloni ist viel von Gewissensfreiheit und Pflichterfüllung zu lesen. Die „Frau“ Unterberger, die von den hinteren Rängen aus der Meloni am Zeug flickt, sieht Freiheit ganz anders.

 

Freiheit zu töten?

Freiheit sei, „wenn es darum geht, eine Schwangerschaft zu beenden oder dem eigenen Leben ein Ende zu setzen“, sagt Senator Julia Unterberger. Bitte noch einmal lesen und schlucken. Gewiss, beide Nöte sind manchmal unvermeidlich und schicksalhaft, weswegen niemand ein Urteil von außen und von oben her abgeben sollte. Aber das Töten zum allgemeinen und heiligen Recht eines jeden Einzelnen zu erklären, das geht zu entschieden zu weit. Wer die Freiheit zu töten als Norm setzt, hat in einer christlichen, gar katholischen Partei nichts zu suchen. Man muss sich das vorstellen: Diese Dame spricht für die Südtiroler Volkspartei!

Mit diesem Credo kann sich Unterberger das nachfolgende Gedöns zur Eigenständigkeit und zum Antifaschismus ihrer „Minderheit“ glatt und ohne Verlust sparen. Diese Oma gegen Rechts kann nie und nimmer die  Vertretung einer wertkonservativen Tiroler Partei im Parlament sein. Das, was diese „Frau“ vertritt, das ist Todeskult, nicht Freiheit. Das ist die Verneinung des Lebens, die Vergötterung des Egoismus, und auf lange Sicht das Ende einer jeden Gesellschaft und Nation – auch der Tirolischen.

 

Ihr seid die Bösen

Nach viel eitler Gender-Grammatik und feministischer Maniküre kommt Unterberger schließlich zum politischen Schwarzweiß, mit Postfaschismus und allem Drum und Dran: „Ihr seid Nationalisten, wir sind eine sprachliche Minderheit“. Emotional super, Logik Null. Das eine hat mit dem anderen nichts gemein: Nation ist Nation und Sprache ist Sprache. Aber als bestbezahlte Rednerin kann einem Kongruenz ja auch egal sein.

Am Ende ihrer Wortspende lässt sich die „Südtirolerin“ herab, Katz und Maus zu spielen mit der stimmengroßen Meloni. „Es war eine schmerzliche Entscheidung, aber unsere Partei hat entschieden, sich der Stimme zu enthalten“ (die SVP). „Einige werden sich der Stimme enthalten, andere werden gegen das Vertrauen stimmen.“

Nein, so beliebig möchte ich das Konzept  der Sammelpartei SVP nicht verstanden wissen.

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